24. April 2016

Wir redeten von Hirschen, Wölfen und Bären. Und vom Urwald in Rumänien. Wo wir versuchen, mit der Stiftung „Fundatia Conservation Carpathia“ einen Teil der Wildnis zu retten. Die Sitzung fand am Freitag in Basel im Sitzungszimmer Berrowerpark der Fondation Beyeler statt. Ein schöner, warmer Tag.
Beim Mittagessen im Park fiel mein Blick auf die riesige, im Wind leicht sich bewegende Skulptur von Alexander Calder und die verspielte kühne Figur von Jean Dubuffet, dem die aktuelle grosse Ausstellung in der Fondation gewidmet ist.
Die gegensätzlichen Gefühle und Gedanken, die mich an diesem Tag bewegten, suchte ich zu ordnen: Da machte mich traurig, wie massiv man überall fast hoffnungslos für gefährdete Natur kämpfen muss. In Rumänien bedroht von Wilderern, von illegalem Holzschlag und renditegierigen Investoren.
Da im Museum nun die Schönheit einer persönlichen verspielten Welt, die Dubuffet erschaffen hat. Und in der Sammlung all die Highlights der klassischen Moderne.

„Ach, der Mensch! das unersättlichste Raubtier der Welt“, dachte ich am Vormittag!

Und dann, im Park und im Museum: „Ach Menschen, die wunderbarsten Erfinder von Schönheit in allen Künsten seit der Urzeit!“- (Denn noch bevor der Homo Sapiens auf der Bildfläche erschien, wie die neuesten archäologischen Funde zeigen, haben ja verschiedenste Urmenschen-Rassen schon Kunst geschaffen.)
Kunst schufen die Menschen immer, versuchten so die Welt, die Natur, das Leben zu deuten. Sie war immer da.
Neu ist, dass in der Moderne vielen Menschen nun auch Naturschutz am Herzen liegt. Doch eigentlich geht es da ja auch, wie der kürzlich verunglückte grosse Naturschützer Douglas Thomkins es immer wieder sagte: Um Schönheit, die Schönheit der natürlichen Welt.
Das wird immer mehr zum Anliegen, seit uns bewusst wird, dass es so nicht weitergehen kann, wenn die Vielfalt, ja der Planet erhalten werden soll.
Ja, was sind wir denn, wir Menschen ? Wunderbare kreative Wesen, schlimme Zerstörer? Beides denke ich, wir alle. Je nach Lebensumständen zeigt es sich auch in einer Person, in einem einzigen Leben!