1. April 2016

Der grüne Vogel (ist er wirklich grün oder grünlich?) auf der Ecke des Daches am Nachbarhaus, hat nicht gewartet bis ich meine Brille (ich bin kurzsichtig) oder gar den Feldstecher- wo hab ich ihn nur hingetan- geholt habe. Und jetzt weiss ich nicht, ob der schmelzende sich wiederholende Pfiff von ihm kommt. Ob er jetzt da in meiner Tanne sitzt? Will ich denn wissen wie er heisst? Warum denn? Er weiss es ja auch nicht! Irgend ein Herr, ein Forscher ( Frauen waren damals wohl noch nicht dabei) hat ihm seinen Namen gegeben. Was denkt er? Was denkt die Katze, die von weit unten zu mir hoch schaut. Interpretiere ich etwas, wenn ich da das Adjektiv „forschend,“ brauche? Denkt sie? Sie denkt, sie fühlt. Sie möchte sicher auch so einen Vogel fangen. Alfred Brehm … erst diese Woche habe ich in einer Dokumentation erfahren, dass er schon im 19. Jahrhundert überzeugt war, dass Tiere uns ähnlich sind, ähnlich fühlen und überlegen. Oder besser, dass wir wie er es – zum Entsetzen der Öffentlichkeit – sagte ( und so hatte es schon Darwin gesagt!) wir ihnen ähnlich sind, wir die Menschen eine Art unter vielen anderen Arten.
Doch wenn ein Menschenaffe uns mustert!… Diese Augen! … kann man die Verwandtschaft mit bestem Willen nicht leugnen. Eine nahe Verwandtschaft!

Die Katze findet meinen Anblick nicht interessant genug. Sie wendet sich ab, ohne Hast, verschwindet über den Zaun. Sie hat zu tun.