26.März.2016

ErdkrötenhochzeitDie ersten Männchen sind da. Heller als ich sie in Erinnerung habe. Aber das Datum stimmt fast genau. Verschwinden im grünen Schlick mit den Hinterbeinen oder verkriechen sich darin. Den Teich haben wir dieses Jahr nicht richtig ausgeräumt und ich fürchtete schon, sie würden nicht mehr kommen. Die nächsten paar Tage ist Hochzeit der Erdkröten angesagt. Die Weibchen sind grösser, die Männchen manchmal mehrere werden sich verzweifelt aauf ihnen festklammern. Ich habe schon seit Wochen auf sie gewartet. Jedes Jahr sehe ich dann dann die langen Laichschnüre mit den schwarzen Punkten – jeder Punkt ein Lebewesen – sich um die Pflanzenstengel winden. Dann freue ich mich, es ist mir, als hätte auch ich im Kampf gegen die Zerstörung einen kleinen Sieg erreicht. Ich hab mich bemüht, jahrelang gewartet, den Teich immer wieder ausräumen, verändern lassen. Und dann waren sie doch eines Tages da. Erdkröten. Schön? Hässlich? auf dem steinernen Geländer in einer gotischen Kirche krochen sie empor. Als Warnung vor dem schlimmen Gewürm der Sünde, das beeindruckte mich als ich noch ein Kind war. doch jetzt begrüsse ich sie, bin stolz dass sie nach so vielen Jahren den Weg in meinen Gartenteich gefunden haben. Nachdem in den letzten Jahren in meinem Dorf so viel verschwunden ( von Menschen zerstört) wurde, was für solche Geschöpfe Lebensraum war. Seit fünf Jahren kommen sie immer wieder her, ende März, um Hochzeit zu feiern und ihre Nachkommen zu hinterlassen, ein Gewusel von schwarzen Kaulquappen. Eine kleine Versicherung doch, dass das Leben weitergeht, dass die Natur da und dort einen Ausweg findet. Wenn man Gelegenheiten dafür schafft.